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Wenn man mit einem Feldstecher den Nachthimmel durchmustert, fallen immer wieder lockere Ansammlungen von Sternen auf. Selbst mit dem bloßem Auge erkennt man im Sternbild Stier ein kleines Grüppchen von 6 bis 9 Sternen - die berühmten Plejaden oder das Siebengestirn. Solche Sterngruppierungen nennt man offene Sternhaufen, weil die Sterne hier locker («offen«) angeordnet sind. Ein weiteres Beispiel ist der berühmte Doppelsternhaufen h und c im Sternbild Perseus - ein sehr schönes Beobachtungsobjekt für Feldstecher und kleine Teleskope. Wer ein lichtstarkes Spiegelteleskop besitzt, kann hunderte von offenen Sternhaufen am Himmel auffinden und beobachten. Der Formenreichtum der offenen Sternhaufen ist sehr groß: Einige bestehen aus über 200 in etwa gleichhellen Sternen, andere vereinigen nur einige helle aber dafür sehr viele lichtschwache Sterne, und wiederum andere bestehen nur aus einem Dutzend Sterne und fallen am Nachthimmel so gut wie gar nicht auf! Bis heute sind rund 1200 Offene Sternhaufen katalogisiert, man schätzt jedoch die Gesamtzahl aller offener Sternhaufen in unserer Milchstraße auf rund 20.000!
M 6
Ausschnitt aus dem Poss
Die Sterne eines offenen Sternhaufens gehören tatsächlich zusammen; sie nehmen ein gemeinsames Raumgebiet ein und bewegen sich auch in die gleiche Richtung mit einer gleich großen Geschwindigkeit. Somit fallen Sterne, die nicht zu einem offenen Haufen gehören, aufgrund ihrer anderen Eigenbewegung auf. Wie entsteht eigentlich ein solcher Sternhaufen? Nun, Sterne entstehen in großen Gas- und Staubwolken die in unserer Milchstraße in großen Mengen vorhanden sind. Wenn sich das Gas hier an verschiedenen Stellen stark verdichtet, entstehen dort junge Sterne. Da solche Gaswolken sehr riesige Ausmaße haben, entstehen darin aber immer ganze Gruppen von Sternen. Später, wenn sich das meiste Gas zu Sternen verdichtet hat, werden die jungen Sterne langsam sichtbar, und zwar in Form einer Gruppe oder genauer in Form eines offenen Sternhaufens! Offene Sternhaufen sind damit recht junge Objekte; die meisten haben ein Alter zwischen 100 und 800 Millionen Jahren, was astronomisch gesehen recht jung ist. Später, etwa nach 1 oder 2 Milliarden Jahren zerfällt der Haufen dann allmählich, denn die Schwerkraft der Sterne ist nicht groß genug um den Haufen für längere Zeiten zusammenzuhalten. Bei einigen Stern-haufen kann man auf langbelichteten Aufnahmen sogar noch Reste der Gaswolken erkennen, aus denen diese Sterne einmal entstanden sind, so auch bei den Plejaden im Sternbild Stier!
Das Studium der offenen Sternhaufen ist in der Astronomie von größter Bedeutung,
sind doch die Sterne eines Haufens von annähernd gleichem Alter und gleicher chemischer
Zusammen-setzung. Einer der eifrigsten Beobachter von offenen Sternhaufen war Robert Julius
Trümpler (1886-1956), ein Schweizer, der seit 1915 in Kalifornien tätig war. Vom
ihm stammt ein berühmtes Klassifizierungsschema, nach dem er über 300 offene
Sternhaufen katalogisierte und das auch heute noch vielfach angewendet wird. Es wird im
folgenden nun beschrieben:
A. Konzentration:
I:
starke Konzentration, Haufen hebt sich deutlich vom übrigen Sternhintergrund ab.
II:
etwas schwächere Konzentration als bei I; aber noch deutliches Abheben vom Hintergrund.
III:
der Haufen zeigt keine merkliche Verdichtung zum Mittelpunkt hin, hebt sich aber noch vom
Hintergrund ab.
IV:
der Haufen hebt sich kaum vom Hintergrund ab und scheint eher eine zufällige
Anhäufung von Sternen zu sein.
B. Helligkeitsverteilung:
1:
alle Sternen haben die gleiche Helligkeit.
2:
gleichmäßige Verteilung der Helligkeiten über den Beobachtungsbereich.
3:
einige helle, viele schwache Sterne.
C. Sternreichtum:
p:
(poor = arm) Haufen hat weniger als 50 Mitglieder.
m:
(moderate = mäßig) Haufen hat 50 bis 100 Mitglieder.
r:
(rich = reich) Haufen hat mehr als 100 Mitglieder.
Beispiele für die konzentration
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| I. Starke Konzentration | II. Schwächere, aber immer noch deutliche Konzentration |
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| III. Ohne merkliche Konzentration zum Zentrum, aber noch Abheben von der Umgebung. | IV. Eindruck zufälliger Anhäufungen im Sternfeld |