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Auf der Suche nach dem Ende der Welt

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m87_b.gif So weit wir in das Universum sehen, stoßen wir auf Galaxien so weit unsere optischen Mittel reichen. Dabei erscheinen uns die weiter entfernten Galaxien immer kleiner. Mit den größten Teleskopen die wir heute haben, können wir noch Galaxien bis in einigen Milliarden Lichtjahren Entfernung sehen. Aufgrund ihrer unvorstellbaren Entfernung erscheinen sie uns dann auf sehr lang belichteten Aufnahmen mit diesen Riesenteleskopen nur noch als winzige Punkte, deren Aussehen kaum noch von normalen Sternen zu unterscheiden ist.

Gleichzeitig ist der Blick zu diesen fernen Galaxien auch ein Blick in die Vergangenheit: Das Licht einer Galaxie die 100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist, braucht eben 100 Millionen Jahre, um uns zu erreichen. Wir sehen diese Galaxie daher nicht so, wie sie heute aussieht, sondern eben wie sie vor 100 Millionen Jahren aussah, denn so lange war das Licht von ihr zu uns unterwegs! Aber gibt es überhaupt eine "Grenze"? Unsere bisherigen Teleskope konnten noch keine Grenze des Universum erkennen und neuere Geräte spüren immer weiter entfernte Galaxien auf.



Das Hubble-Deep-Field

Seit den Neunziger Jahren gibt es aber das Hubble-Space-Teleskop, das mit über 2 Metern Spiegeldurchmesser zwar nicht zu den besonders großen Fernrohren zählt, dafür aber außerhalb der störenden Erdatmosphäre seine volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen kann. Mit diesem Weltraumteleskop hat man daher vor einigen Jahren ein sehr interessantes Experiment gemacht: Man hat sich einen Punkt im Sternbild Großer Bär ausgesucht, wo man selbst mit dem größten Teleskop auf der Erde auch mit einer langbelichteten Aufnahme nahezu kein Objekt erkennen konnte! Auf diesen Punkt des Himmels wurde dann das Hubble-Space-Teleskop gerichtet. Dann von dieser Stelle eine Aufnahme gemacht, die gigantische 10 Tage lang belichtet wurde!!! 10 Tage lang blieb der Verschluß der Kamera offen und sammelte so Licht von einer Stelle am Himmel, wo angeblich absolut nichts zu sehen war und die kleiner ist, als die scheinbare Größe des Vollmondes am Himmel. Das Ergebnis dieser Aufnahme ist wirklich eindrucksvoll.


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Das Hubble-Deep-Field
© Hubble Space Telescope


Die Aufnahme zeigt einen nie zuvor gesehenen Reichtum an Galaxien!!! Über 2000 Galaxien sind in dieser Aufnahme zu sehen und das auf einer Fläche, die kleiner ist als die scheinbare Größe des Vollmondes am Himmel! Rechnet man diese faszinierende Entdeckung auf den gesamten Himmel hoch, dann kommt man auf über 5 Milliarden Galaxien!! Aber was kommt dahinter, gibt es überhaupt eine "Grenze"??

Wir wissen es nicht genau. Was wir genau wissen, ist, daß es einen "kosmischen Horizont" geben muß. Das ist einfach zu verstehen, wenn wir uns noch einmal klarmachen, daß das Licht Zeit braucht, um uns zu erreichen. Wenn diese Galaxien einige Milliarden Lichtjahre von uns entfernt sind, dann braucht das Licht eben auch einige Milliarden Jahre, um zu uns zu gelangen, und wir sehen diese Galaxien daher so, wie sie vor einigen Milliarden Jahren ausgesehen haben. Nun wird das Alter des Universums auf ca. 15 Milliarden Jahren geschätzt. Das heißt auch, wir können Galaxien bis maximal 15 Milliarden Lichtjahren Entfernung sehen! Wäre z. B. eine Galaxie 16 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt, so könnten wir diese noch gar nicht sehen, da das Licht von ihr 16 Milliarden Jahre bräuchte, um zu uns zu gelangen. Da das Universum aber "erst" 15 Milliarden Jahre alt ist, kann das Licht dieser Galaxie uns noch nicht erreicht haben, da die Zeit zu kurz ist!!

Gleichzeitig sehen wir in immer frühere Zeiträume zurück. Kurz nach der Entstehung des Universums, vor 15 Milliarden Jahren, gab es noch gar keine Galaxien; sie haben sich dann erst allmählich aus der freien Materie gebildet. Könnten wir z. B. Objekte bis in knappe 15 Milliarden Lichtjahren Entfernung sehen, dann würden wir die Objekte sehen, die sich kurz nach der Entstehung des Universums gebildet haben; oder mit anderen Worten: Wir würden die früheste Vergangenheit des Universums sehen!!! Da es davor nichts mehr gab, ist uns auch hier ein Horizont gesetzt: Wir können maximal Objekte bis zu 15 Milliarden Lichtjahren Entfernung sehen, weil es davor nichts mehr gab und weil das Licht uns auch noch nicht erreicht hätte.





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